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Grippe

Grippe oder Influenza ist eine besonders schwer verlaufende Erkältungskrankheit. Sie wird durch Influenza-Viren hervorgerufen. Immer wieder kommt es zu weltweiten Ausbrüchen der Grippe-Erkrankung Jedes Jahr sterben viele Menschen an Grippe. Auch in Deutschland.



Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Deshalb gibt es eine Impfempfehlung der ständigen Impfkomission (STIKO) für Menschen ab 60 Jahren. Auch bei schwangeren Frauen stellt die Erkrankung eine Gefahr für Mutter und Kind dar. Deshalb wird die Grippe-Impfung allen Schwangeren ab dem zweiten Trimenon (dem zweiten Schwangerschafts-Drittel) empfohlen. Bei Abwehrschwäche als Folge eines bestehenden Grundleidens sogar schon ab dem ersten Trimenon. Aber auch Kinder können schwer an Grippe erkranken.
Besonders gefährdet sind Kinder mit vorbestehender Grundkrankheit. Hierzu zählen:

• Chronische (lang anhaltende) Erkrankungen der Atemwege wie Asthma
• Chronische Erkrankungen des Herz-/ Kreislaufsystems, der Leber und der Niere
• Diabetes mellitus (Zucker) und andere Stoffwechselkrankheiten
• Chronische neurologische (die Nerven betreffende) Krankheiten
• Kinder mit angeborener oder erworbener Abwehrschwäche

Grippe tritt bei Kindern besonders häufig auf: Etwa 20-30% der Kinder und nur 5-10% der Erwachsenen stecken sich während der Wintermonate mit Grippe an. Es erkranken vor allem Kinder unter zwei Jahren.


Grippe darf nicht mit einer "Erkältung" oder einem "grippalem Infekt" verwechselt werden. Diese sind für die Betroffenen in der Regel unangenehm, aber nicht gefährlich. Die Impfung kann deshalb nicht vor gewöhnlichen Erkältungskrankheiten schützen.
Da sich die Erreger ständig verändern, erhält man nach einer durchgemachten Grippe keinen längeren Abwehrschutz. Auch die Impfung schützt in der Regel nur für den kommenden Herbst/Winter.

Übertragung
Die Übertragung der Influenza-Viren geschieht durch Tröpfchen, z.B. beim Husten oder Niesen. Mit der eingeatmeten Luft gelangen sie bis in die Bronchien, wo sie sich vermehren. Infizierte sind mit Beginn der ersten Krankheitszeichen und danach für etwa eine Woche ansteckend.

Weltweite Verbreitung
Influenza-Viren sind kommen weltweit vor. Man unterscheidet die Typen A, B und C. Menschen erkranken vor allem an Typ A und B. Typ A ist für die großen weltweiten Grippe-Wellen -auch Pandemien genannt- verantwortlich.

Mensch ist Virus-Reservoir
Virus-Träger ist meistens der Mensch selbst. Aber auch Tiere, vor allem Schweine und Geflügel, können von Influenza-Viren befallen werden. In Ländern, in denen Menschen und Tiere auf sehr engem Raum miteinander leben, können sich Viren, an denen überwiegend Tiere erkranken und solche an denen überwiegend Menschen erkranken, miteinander vermischen. Dadurch entstehen neue, stark krank machende Formen von Viren.

Krankheitszeichen
Die Grippe-Erkrankung beginnt zwei bis drei Tage nach der Ansteckung. Plötzlich besteht hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel-, Kopf-und Gliederschmerzen. Zu den typischen Krankheitszeichen zählt ein trockener, quälender Husten, der über einige Wochen anhalten kann. Bei Kindern können auch vermehrte Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen dazu kommen. Durch Probleme an Lungen bzw. am Herz-Kreislauf-System kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Eine Ausheilung erfolgt bei normalem Krankheitsverlauf innerhalb von Tagen bis Wochen.

Erkennung
Die Krankheitszeichen einer Influenza können den Krankheitszeichen anderer Atemwegs-erkrankungen ähneln. Manchmal ist für eine zuverlässige Erkennung des Virus eine Laboruntersuchungen notwendig. Die Erreger können in einem Abstrich aus Nase oder Rachen des Patienten nachgewiesen werden. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung ist auch ein Erkennen von speziellen Immuneiweißen gegen Influenza-Viren möglich.

Behandlung
Die Behandlung der Influenza besteht im Wesentlichen aus der Behandlung der Krankheitsbeschwerden. In der Regel genügen bei Kindern einige Tage Bettruhe, fiebersenkende Maßnahmen und die Zufuhr von reichlich Flüssigkeit. Die Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen wirkt fiebersenkend, schmerzlindernd und bessert das Allgemein-befinden.
Da eine Influenza durch Viren hervorgerufen wird, können herkömmliche Antibiotika nicht helfen. Sie können jedoch beim Auftreten von durch Bakterien verursachten Folgeer-krankungen einer Influenza notwendig werden. Dies ist zum Beispiel bei der Behandlung einer eitrigen Lungenentzündung der Fall.



Die Gabe von speziellen Antibiotika gegen Grippe-Viren sollte nur bei Risikopatienten mit der Gefahr eines besonders schweren Krankheitsverlaufes durchgeführt werden.

Vorsorge
Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung einer Influenza-Erkrankung ist eine Schutz-impfung mit Grippeimpfstoff. Sie sollte bei besonders gefährdeten Personen jährlich durchgeführt werden. Dies erfolgt in den Monaten September bis Dezember.
Die Impfung wird folgenden Gruppen dringend empfohlen: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer erhöhter Gesundheitsgefährdung infolge eines Grundleidens.
Durch die Impfung wird die Gefahr von schweren Krankheitsverläufen, Krankenhaus-behandlung und Tod deutlich vermindert. Für die Impfung stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung:
• Typischerweise erfolgt die Impfung in den Muskel am Oberarm. Junge Kinder benötigen bei ihrer ersten Grippe-Impfung zwei Spritzen im Abstand von einem Monat.
• Neuerdings gibt es für kleine Kinder zwischen zwei und sechs Jahren einen nasalen Grippe-Impfstoff. Dieser wird auch von der STIKO (Ständige Impfkomission) bei Risikokindern empfohlen. Es handelt sich hierbei um ein Influenza-Impf-Nasenspray. Dieser Impfstoff enthält abgeschwächte lebende Grippe-Viren. Leider wird die Gabe dieses Impfstoffes von vielen Krankenkassen in Deutschland noch nicht bezahlt. Auch dieser Grippe-Impfstoff muss bei der ersten Grippe-Impfung zweimal gegeben werden.
Beide Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Die häufigsten unerwünschten Neben-wirkungen beim gespritzen Grippe-Impfstoff sind Rötung und Schmerz an der Einstichstelle. Auch mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie vermehrter Müdigkeit muss gerechnet werden. Die Beschwerden klingen meist nach kurzer Zeit wieder ab.
Auch beim in die Nase gesprühten Grippe Impfstoff können unerwünschte Nebenwirkungen wie Schnupfen, Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Für Fragen zu Grippe-Erkrankung und zu den verfügbaren Grippe-Impfstoffen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Dr. Kerstin und Frank Steppberger